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Alleinerzieher-/ Patchworktreff aus Sicht eines Mannes & Ex-Partner

stehen die Männer am Rande der Gesellschaft?

Seit einiger Zeit haben wir im Elternkindzentrum kurz „EKIZ“ ein Projekt gestartet.
Man möchte im ersten Moment bei einem Alleinerzieher- und Patchworktreff an eine Selbsthilfegruppe für Eltern denken, die sich nur gegenseitig über Ex-Partner, Kinder und Co ausheulen möchten.

Aber zu Beginn möchte ich euch liebe Leser folgendes Fragen:

Was ist an einer Selbsthilfegruppe, um Frust und Verzweiflung zu teilen, falsch?

Vor allem wenn sie nicht nur zum Rumheulen da ist, sondern zum neue Lösungen finden. Wieso dürfen wir uns nicht auch mal austauschen, um zu sehen, dass wir nicht alleine oder ein Sonderfall sind?

Die Idee war eigentlich eine Plattform zum Austausch, Workshops und Beratung mit Informationsabenden zu bieten.

Also starten wir in den ersten Abend. „Die Frau“ und ich, vormals Alleinerziehend und jetzt Patchwork, laden ein. Einige sind gekommen, beim 2ten und 3ten Treffen immer mehr.

Was auffällt, es sind hauptsächlich Frauen hier. Ob das an der Vernetzung liegt? Auch wenn man sich in Familien- oder Eltern Facebookgruppen umseht sind dort hauptsächlich Frauen aktiv und vernetzen sich.
Statistisch sind natürlich mehr Mütter als Väter alleinerziehend. In Deutschland waren es 2018 z.B. 2,17 Millionen Mütter und 407 Tausend Väter, welche alleine auf ein oder mehr Kinder zu schauen hatten.

Meine Rolle als Mann hier

Ich fühle mich anfangs noch sehr wohl, bis so die ersten Geschichten kommen. Mit jeder Geschichte der anwesenden Mütter über die Väter, die großteils wenig bis gar nicht anwesend in der Beziehung zu den Kindern sind, fühle ich mich schlechter.

„Ich schäme mich für mein Geschlecht und für meine Rolle als Vater/Mann.“

Immer wieder finde ich in den Gesprächen Situationen, in denen ich selbst schon war und von außen betrachtet sagen kann, dass die Eltern einfach so sehr in sich selbst gefangen sind, dass sie gar nicht, zu wenig oder total vorbelastet sind wenn sie miteinander sprechen.

Also nutze ich mein, in der Ausbildung erarbeitetes Wissen und versuche nicht nur der gute Zuhörer zu sein, sondern versuche auch andere Blickwinkel und Lösungswege aufzuzeigen.

Meine eigene Story als Ex-Partner

Ich selbst habe ja eine sehr schlichte, schnelle und unkomplizierte Scheidung und Trennung hinter mir. Kontakt/Besuchsrecht, Finanzen und Co sind schnell und unproblematisch gelöst und beide Parteien sind im Großen und Ganzen sehr zufrieden. Wir können meistens gut miteinander reden, über kindliche Entwicklung, Fragen zu Alltag, Gesundheit und Co.

Bei Gesprächen versuche ich von Treffen zu Treffen, den Müttern auch aufzuzeigen, dass Männer, so wenig sich auch die meisten hinter die Mauer schauen lassen, auch Gefühle haben und darin oft gefangen sind aufgrund der eigenen erlebten Erziehung oder ähnlichem. Väter die z.B. am Wochenende ihre Kinder haben, stehen oft vor Situationen, mit denen sie kaum umgehen können. Hier sind sie allein extrem gefordert, was ihnen bis dahin unbekannt war. Beispiele wären hier: Kinder, die dann das ganze Wochenende sagen dass sie zur Mama möchten; Kinder die dann bei Papa einfach durchdrehen und unerzogen sind; aber auch oft Kleinigkeiten bei Esskultur oder das Schlafen gehen werden zur großen Herausforderung.

„Wir Väter sprechen nicht gerne mit der Ex über diese Situationen, weil wir Angst haben zu zeigen, dass wir vor Problemen stehen, die wir nur schwer alleine lösen können.“

Kommunikation mit dem Ex-Partner

Von einigen Frauen hört man immer, dass sie auf die Ex-Partner zugehen und das Gespräch suchen. Jedoch ist und bleibt die Mehrheit der Männer leider hier viel zu stolz.

Blödsinn! Sage Ich. Denn eigentlich sollten viel mehr Männer auf ihre Ex-Partnerinnen zugehen und Probleme direkt und offen ansprechen.

Ich spreche mit der Mutter meines Sohnes auch offen darüber, wie bei ihr das Abendritual ist, ob sie Nachts mit ihm aufs Klo geht zum „sauber“ werden, wie ihr Rhythmus mit ihm unter der Woche ist, und vieles mehr.

Und hier der Aufruf an euch VÄTER:

„Tut es für eure Kinder, pfeift auf den erlernten Stolz und die große Mauer. Springt für eure Kinder ins Wasser und redet mit der Ex-Partnerin.“

Ich freue mich auf jedes weitere Treffen, bei welchem sich auch schon der eine oder andere Vater angemeldet hat. Hier bin ich schon sehr gespannt, ob diese meine Sichtweise untermauern werden oder ganz andere Erlebnisse und Ideen haben.

Geht ihr zu ähnlichen Runden? Habt ihr so etwas überhaupt in eurer Nähe?
Ich freue mich über euer Kommentar!

Die Sicht „der Frau“ auf diese Treffen liest du hier.

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