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Brauchen Kinder unsere Daueranimation?

Lesezeit: 3 Minuten

Sozialer Druck, Bedürfnissorientierte Erziehung, freie Entwicklung, das sind nur einige der Schlagwörter die in unserer Gesellschaft präsent sind und immer mehr verstärkt auftreten. Und ja auch ich bin dafür dass sich unsere Kinder weitestgehend frei entwickeln und entfalten können, aber viele scheinen das oft falsch zu interpretieren.

Situation 1:

Ich sitze ich Park und der Kleine spielt entspannt, er bittet mich mit ihm in das Holzauto mit hinein zu kriechen und in seine Fantasiewelt einzutauchen. Ich als Gamer, kann das ziemlich gut und lasse mich natürlich darauf ein. Kurz darauf habe ich auch schon vergessen dass ich gerade mit 33 Jahren auf einem Spielzeuggerüst sitze und laut Tatü Tata brülle.

Wir haben Spaß, sehr viel sogar. Nach dieser, auch für mich sehr lustigen Spielsession, lasse ich den jungen Mann wieder alleine und setze mich abseits auf eine Bank.

Kaum 2 Minuten durchgeatmet kommt der Kleine wieder und möchte gleich in Runde zwei gehen, was ich aber verneine. Ich begründe es auch damit, dass Papa mal kurz verschnaufen muss und er doch auch alleine so schön spielen und erforschen kann. Er geht also wieder alleine spielen, als eine sichtlich irritierte Mutter auf mich zukommt und mich anspricht: „Entschuldigung, aber darf ich fragen wieso Sie nicht auf das bittende Flehen Ihres Kindes eingehen? Es tut Ihnen ja bestimmt nicht weh und wird sie auch nicht umbringen noch ein paar Minuten für Ihr Kind zu haben.“

Ich muss meine Anti- Daueranimation verteidigen

Meine Erklärung war kurz, knapp und eigentlich leicht verständlich. „Ich habe gerade keine Lust und er kann sich auch ganz gut mal paar Minuten alleine beschäftigen“.

Doch das wäre ja viel zu einfach wenn man diese Aussage eines fremden erwachsenen Vaters einfach akzeptiert. Also geht die Dame gleich mal in Angriffsposition und packt ihr ganzes pädagogisches Facebook Übermamagruppenwissen aus, um mir IHR Weltbild der Kindererziehung aufzuzwängen.

Sie erklärt mir also, wie sehr ich doch nachhaltig die sozialen Kompetenzen meines Sohns schädige, er als eigentliches Einzelkind sowieso schon sozial benachteiligt wäre im Umgang mit anderen und ich viel zu wenig präsent wäre.

Jetzt habe ich eine pädagogische Ausbildung und trotzdem schafft sie es, dass ich kurz an mir bzw. meinen Entscheidungen zweifle. Gleich schüttel ich das jedoch diese dummen Gedanken ab und erkläre der Mutter dass eigentlich die Art der Erziehung die sie scheinbar anwendet die schlimmste ist die sie ihren Kind antun kann. Denn egal in welcher Situation ihre Tochter gerade ist, sie präsent ist. Die Tochter will etwas trinken und Mama springt auf und bringt ihr die Flasche. Die Tochter weiß nicht was sie spielen soll, die Mama setzt sich gleich auf den Boden und denkt sich eine Fantasywelt aus.

Daueranimation oder Eigenfantasie?

Im Rahmen meiner Ausbildung habe ich viele Arten kennen gelernt, wie man erziehen kann. Aber alle sagen, dass man als Erwachsener die Kinder nicht mit der eigenen Fantasy und Vorstellung be“muttern“ soll, da das die eigene Entwicklung von Fantasie und Kreativität beeinflusst.

Ich bin selbst Einzelkind und ich habe bis heute die Gabe mich in eine richtige Fantasiewelt zu flüchten. Dort kann ich, wenn ich möchte, Abenteuer  erleben, daraus Romane entwickeln oder diese Vorstellungskraft in Computerspielen umzusetzen. Also kann ich nicht behaupten, dass es mir geschadet hat mal ein paar Stunden am Tag alleine im Garten im Sandkasten zu sitzen und mir mit Bagger und Lastwagen eigene Geschichten auszudenken.

Alternative dazu?

Alternative dazu gibt es natürlich auch. Man kann sich zum Kind setzen und das Kind darf bestimmen mit was und wie man spielt. Das Kind gibt die Story und das Verhalten vor und man fügt sich in das vom Kind geleitete Spielverhalten ein und lenkt evtl nur dann wenn es nötig wäre.

So hat man Zeit mit dem Kind beim gemeinsamen Spielen verbracht, was auch sehr wichtig ist. Genau das habe ich ja zuvor auch zusammen mit ihm gemacht und auch wenn es nicht so wäre zwingt man niemanden das Weltbild eines Erwachsenen auf. Interessant wäre es auch zu wissen, ob die Mutter es genauso gemacht hätte, wenn ich kein Mann wäre.

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass es viele Methoden gibt sich mit seinen Kindern zu beschäftigen, welche davon richtig und welche falsch sind kann bestimmt keiner (auch nicht der Herr DrDr. Prof.) sagen. Jedes Kind und jede Situation ist individuell und pauschal alle über einen Kamm scheren ist nicht zu empfehlen.

Das Fazit aus der Frage zur Daueranimation

Erzieht nach eurem besten Gewissen, liebevoll und mit Geduld, Zeit und Verständnis, auch wenn es uns allen nicht immer leicht fällt. Ich glaube dass wenn man sich einfach die Zeit nimmt, mal eine halbe Stunde das Spiel des Kindes mitzumachen und gemeinsam zu toben oder auch einfach nur mal all die tausend Fragen zu unserer Welt kindgerecht zu erklären. Egal, wie oft ein „und wieso?“ kommt, machen wir uns schon zu den besten Eltern die unsere Kinder haben können, wenn wir offene Ohren für sie haben.

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