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Der Biorhythmus unserer Kinder – Frühaufsteher und Morgenmuffel

Lesezeit: 3 Minuten Warum ich seit Jahren keinen Wecker brauch
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Quality time der Großen

Ja, die meisten Kinder sind Frühaufsteher und meistens schneller einsatzbereit, als die dazugehörigen Elternteile. Allerdings liegt es oft auch daran, dass wir Erwachsene einfach viel zu spät schlafen gehen. Vor allem wenn die quality time nach 20 Uhr ausgereizt wird bis aufs Letzte. 😉 Wir sind in unserem ersten Patchworkjahr und genießen natürlich jede Minute als Paar und diese Zeit ist eben dann wenn die kleinen Zwerge im Bett sind. Dann wird gekocht, gelacht, über Gott und die Welt diskutiert oder der Seriensucht nachgegeben. Auch die Körpernähe ohne Unterbrechung wird dann ausgenutzt. Ich sitze nun seit acht Uhr in der Firma – wohlwissend dass meine drei Frühaufsteher den Patchworkpapa schon gefordert haben. Für mich ein bisschen ein Gefühl mit leichten Gewissensbissen, da er ein absoluter Morgenmuffel ist. Die drei allerdings haben einen gesunden Biorhythmus und mit dem ersten Augenaufschlag auch schon viel zum Erzählen.

Was sagt die Wissenschaft über den Biorhythmus

Als moderne Internetmama befragt man zwischendurch natürlich Dr. Google, um sich abzusichern, dass die Kinder doch ziemlich normal abschneiden. Um ehrlich zu sein, mache ich mir natürlich viele Gedanken. Es prasselt in den letzten Monaten so viel auf die Kinder ein. Der Opa ist gestorben, die Probleme der Scheidung liegen auf ihren kleinen Rücken und die Schule und der Kindergarten fordern auch ihren Tribut. Aber es spielt nie nur ein Faktor mit, warum Kinder einmal besser und einmal schlechter schlafen. Also habe ich mich näher mit dem Thema der Chronobiologie beschäftigt. Das ist der interessante Teil der Biologie, der sich damit beschäftigt, wie sehr wir in unserem biologischen Rhythmus leben und welche Auswirkungen es auf uns hat. Viele kennen das auch aus der Traditionell chinesischen Medizin. Unsere Organe haben immer eine gewisse „Arbeitszeit“ und es ist wichtig, dass sie das ungestört machen können. Nun betrachten wir unsere Kinder und fragen uns, wieso sie um kurz vor 6 Uhr morgens manchmal schon eine Motivation an den Tag legen, die wir zu unseren besten Tagesstunden nicht schaffen.

Eulen oder Lerchen?

Man unterscheidet grob Eulen-Typen und Lerchen-Typen. In der Wissenschaft gibt es da noch viel tiefere Unterscheidungen, aber ihr könnt das selber nachlesen wenn euch das mehr interessiert. Lerchentypen sind die Menschen, die früh aufstehen können und auch schon funktionstüchtig sind. Die Eulen brauchen die Nacht und kommen in der Früh auch schwerer in die Gänge. Ich fand es wahnsinnig spannend darüber nachzudenken, wie wir uns von unseren Vorfahren unterscheiden. Wie wir durch Smartphone und Co. unseren Biorhythmus entgegensteuern und welche „Zivilisationserkrankungen“ dadurch begünstigt werden. Erst seit den 1970ern wird dieses Feld genauer untersucht, aber es gibt jetzt schon sehr viele Zusammenhänge zwischen Aufmerksamkeitsschwierigkeiten und Depressionen und der Tatsache dass wir nicht mit unserer Tageszeit arbeiten. 

Problem Alltag und Biorhythmus

Der Idealfall wäre natürlich dass wir uns in der Arbeit und die Kinder in ihrer Arbeit nach dem Biorhythmus richten können. In den skandinavischen Systemen ist der spätere Schulbeginn sehr vorteilhaft für die Gehirne unserer Zwerge. In den südlichen Ländern hat man die Möglichkeit der Siesta, um dem Körper ein bisschen Ruhe zu gönnen. Wir im Mittelteil haben diese Effizienz noch nicht ganz integriert. Ich habe in den letzten Wochen den Versuch gestartet, den Kindern und dem Patchworkmann den Rahmen einzuräumen, ein bisschen im Biorhythmus zu leben und darauf zu achten, welche Zeichen der Körper aussendet. Die Kinder sind zwar in der Früh gleich auf voller Leistung, allerdings nur wenn es um Kreatives und Spielen geht. Um den Streits aus dem Weg zu gehen, richte ich am Abend alles vor. Die Müslischüsseln auf den Tisch, die gefüllten Jausenboxen in den Kühlschrank, das Gewand in Stapeln vorsortiert. Die Kaffeetasse für meinen Rhythmus steht schon in der Kaffeemaschine, so muss in der Früh nur der Finger den Knopf treffen. Die Kinder haben sich bereits gewöhnt, dass der Patchworkmann in der Früh sich verbal nicht groß in Gespräche einbringt und jeder hat seinen fixen Ablauf. Ich muss ehrlich sein, es funktioniert bis jetzt semioptimal, aber erste Fortschritte zeichnen sich ab. Der nächste Schritt wäre mein persönlich angeeignetes Eulendasein zu verändern und früher ins Bett zu gehen, allerdings genieße ich neben den Kleinen meine persönliche Qualitytime noch viel zu sehr. Kurzum: Der Abend ist mir heilig, aber ich werde versuchen einen Mittelweg zu finden. 😉 

 

Wie regelt ihr das morgendliche Chaos? Habt ihr Frühaufsteher oder eher die Kinder, die man am besten mit einem Kübel Wasser wecken sollte?

LiGrü und lasst uns eure Statements da 🙂 

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