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Erziehung ohne Elternratgeber?

Können wir unsere Kinder auch ohne Elternratgeber großziehen?

Ich gehe hier gerade durch die Buchhandlung Heyn in Klagenfurt/Kärnten und eigentlich war ich auf der Suche nach einem Buch. Unweigerlich kommt man dabei am Regal mit den Erziehungs-/Elternbüchern vorbei. Als ich dort so stehe und meine Augen über die Elternratgeber fliegen, stelle ich mir nur eine Frage:

„Kann man Kinder auch ohne Ratgeberbücher heutzutage noch großziehen?“ 

Meine ersten Blicke sehen gut 40 Elternratgeber zum Thema Familie, Erziehung und Kinder.
Ganz abgesehen jetzt mal von den ungefähr Trillionen Schwangerschaftsratgebern.
Beachtet man die auch genauer, kann man schon das Gefühl bekommen dass heutzutage niemand mehr ohne Ratgeber Kinder auf die Welt bekommt oder es gar nicht mehr möglich ist ohne schwanger zu werden.

Braucht man Elternratgeber?

Also, ich schnapp mir mal den ersten Elternratgeber und blättere flott durch, dann das nächste und noch eines.
Alle konnte ich natürlich nicht durchsehen und somit bestimmt auch noch nicht objektiv beurteilen, aber eines hab ich gemerkt:

Hier geht es nicht um Hilfestellungen, sondern um die Machtlosigkeit der Eltern. Ist man als Elternteil heutzutage wirklich so entmachtet und allein gelassen in seinem Sein?

Wir kennen es alle: Die Eltern/Großeltern haben auf jede Situation einen weißen Ratschlag… Glauben sie zumindest. Und den Spruch kennen wir auch alle:

„Wenn du Tipps zur Erziehung von Kindern brauchst, frag diejenigen die keine haben, die wissen alles.“

Man steht vor dem Problem mit Flasche, Schnuller, Schlafen, Essen oder sonst was und schon wird von den Familienmitgliedern gepredigt, wie sie es doch früher getan haben.

Was hier aber oft nervig klingt kann helfen oder auch nicht. Genauso verhält es sich auch mit den Ratgebern.
Wichtig ist immer, dass man sich aus diesen Tipps für sich etwas herausnimmt, was man brauchen könnte, sich bedankt und dann sein „Ding“ macht.

Die Neo-Eltern

Wer kennt sie nicht? Selbst ist man eine Familie mit 4 Kindern und hat ein befreundetes Pärchen die Kinderlos sind, berufstätig, frei und ungebunden. Aber natürlich kommen von denen die meisten Tipps, wie man alles doch besser machen kann. Woher wissen die das alles?

Natürlich aus Ratgebern, dem Freundeskreis und Dokumentationen vermutlich, ist also somit auch nicht unbedingt auf die eigene Situation anzuwenden.

Beruflich habe ich in meiner Ausbildung als Sozialpädagoge gelernt, dass man Eltern durch praxisnahe Beispiele und an die Situation angepasste Handlungsanweisungen unterstützen soll.

Wenn man alle Bücher dann auch kaufen würde, wären die Kinder nicht weniger oder mehr erzogen und man wüsste auch trotzdem nicht besser mit Problemen umzugehen. Das einzige Ergebnis daraus wären ca 500€ weniger auf dem Konto und rein theoretisch gesehen müsste man jetzt perfekt sein, weil man alle Fallbeispiele gelesen hätte.

Das gute alte Bauchgefühl

Schon meine Oma sagte mir damals bei jeder Entscheidung, zum Beispiel welche Ausbildung ich machen solle:

„Hör einfach auf dein Bauchgefühl“

Diesen Rat gebe ich allen Eltern und solchen, die es noch werden wollen. In den Augen anderer kann man es sowieso nie richtig machen und eigentlich kann man beim Thema Erziehung fast nichts falsch machen.
Hat man eine/n Partner/in als Unterstützung an der Seite, ist schon fast alles perfekt. Denn Kritik bringt uns in der Kindererziehung nicht weiter, nur Lösungen sind gefragt.

Die non plus ultra Lösung ist die, die viele von euch bestimmt schon sicher 1000 mal gehört haben:

„Habt Geduld und nehmt euch Zeit“

Ich möchte hier noch darauf hinweisen, wie viele Probleme man mit Kindern vermeiden kann, wenn man sich 5 Minuten Zeit nimmt und ihnen einfach auf Kindgerechte Art erklärt, was gerade ist und wieso sie etwas tun sollen oder nicht.

Kinder haben nicht unsere Erwachsene Art zu denken, sie hinterfragen nicht, wieso sie die Füße heben sollen beim gehen, oder wieso heute ein Strumpfhose angezogen werden soll. Für sie sind wir nur die nervigen Erwachsenen, die schon wieder etwas wollen. Die nicht mal die Zeit haben sich zu setzen und zu erklären wie kalt es heute ist und man nicht möchte dass sich Kinder noch vor dem freien Wochenende verkühlen.

Mein Fazit/Tipp zum Thema Elternratgeber

Sollte man mal mit dem Rücken zur Wand stehen, helfen dann doch einige Ratgeber dabei um neue Sichtweisen aufzutun oder auch nur dabei wieder neuen Mut zu fassen und sich sicher zu sein dass wieder bessere Zeiten kommen werden. Viele „Phasen“ der Kids in den ersten Jahren sind in folgendem Buch beschrieben: Babyjahre.

Eltern sind auch nur Menschen und unsere Kinder sind ganz besondere kleine Menschen. Helfen wir ihnen ihren Platz in dieser so großen Welt zu finden, indem wir sie nicht über-pädagogisieren und sie in den Bucheinband der Ratgeber drücken wollen. Nehmen wir uns Ratgeber zur Seite als Hilfsmittel, um unsere Kinder zu verstehen oder auch als unsere Rettungsleine, um nicht den Mut zu verlieren in schwierigen Zeiten.

Abseits davon: Haltet durch, haltet zusammen, bleibt euch selbst treu, erzieht eure Kinder nach euren Vorstellungen, denn es sind EURE Kinder und nicht die der anderen.

Weitere Ratgeber die ich evtl. Empfehlen kann:

Elternratgeber – Yngra Wieland

Aus Stiefeltern werden Bonuseltern

Pupertät – Eltern zwischen Schulwahnsinn, Stimmungsschwankungen und Erwachsenwerden

 

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