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Weihnachten und Silvester im Patchworkstyle

Lesezeit: 3 Minuten

Für jeden ein Stück Weihnachten

Ihr seid getrennt, geschieden oder habt einfach eine große Familie, die weit verstreut ist? Dann kennt ihr das bestimmt, Oma, Opa, Uroma, Onkel, Tante, Taufpate, die Oma der anderen Seite und und und, alle wollen die Kinder sehen. Aber stopp, wie viele Tage sind Weihnachten? Wie viele Feiertage sind danach? Witzig, es wissen doch alle, dass man sich nicht zerteilen kann und trotzdem hätte jeder gerne, dass man an 10 Orten gleichzeitig ist, ohne natürlich gestresst oder genervt zu wirken.

Da ich erst seit 2018 geschieden bin, war es auch für meine Familie quasi das erste Weihnachten in dieser Situation.
Von nahezu blanker Angst getrieben ihr Enkelkind verlieren zu können, wäre meine Mutter am liebsten schon vor den Weihnachtsfeiertagen bei mir eingezogen. Zusätzlich war es aufgrund meines Jobs nicht ganz klar, ob ich es überhaupt nach Wien zu meinen Eltern schaffen würde. Auch nicht, ob ich meinen Sohn zu den Feiertagen überhaupt mehrere Tage am Stück habe, damit sich die 4 stündige Autofahrt in eine Richtung auszahlt.

Weihnachten 2018 – so war es:

Aber natürlich verstehe ich meine Mama, Papa und Co., dass jeder den damals kleinen/großen 3,5 Jahre alten Schatz zu Weihnachten und drumherum sehen möchte. Also alles etwas herumgeschoben und umorganisiert und schon sitzen wir im Auto am Weg nach Wien. Natürlich waren mehr als zwei Tage nicht drin. Und kaum hat man das der Familie mitgeteilt, wurde sich schon beschwert, wieso nur so wenig Zeit zu Verfügung steht. Dabei könnte man sich doch einfach über den Besuch freuen.

Ahja und nicht zu vergessen, da die neue Frau an meiner Seite für 3 Tage die Kids verweihnachtet hat, ist auch sie mitgekommen. Also Patchworkmama, Kind und Papa sind on Tour. Ein komisches Gefühl, nur mit einem Kind aber trotzdem zusammen als Paar unterwegs zu sein.

Zurück zum Thema. In Wien angekommen, übernahm gleich mal die Oma den Kleinen und ließ ihn bis zu unserer Abreise max. zum Schlafen mal kurz von der Leine. So anstrengend ich diese Übernahme einerseits auch gefunden haben mag, für ihn scheint es die Erfüllung gewesen zu sein. Es ging den ganzen Tag nur, Oma hier, Oma da und Oma dort… Als Elternteil war es andererseits wirklich sehr entspannend. Sie hat die Zeit auch definitiv genossen und soviel hat er glaub ich nicht mal im Kindergarten jemals gespielt.

Irgendwie war es früher anders

Besinnliche Zeit ist es aktuell sowieso keine bei mir und so richtig weihnachtliche Stimmung kommt auch kaum auf.
Neben der einen Seite Familie, steht da auch noch der riesige Wunsch Weihnachtszeit mit der neuen Partnerin zu verbringen. Gestaltet sich aktuell aber wirklich schwierig.

Es fehlte irgendwie das Weihnachten, wie ich es aus der Kindheit kenne. Oder ist der Zauber nur als Kind so groß? 
Mit mir ging mein Vater ins Kino oder in den Zirkus, während Mama und Oma zuhause den Baum schmückten, Geschenke unter den Baum legten und so weiter. Zuhause angekommen hörte man ein Glöckchen, es wurde gesungen und Geschenke ausgepackt. Nicht zu vergessen das große tolle Weihnachtsessen mit der ganzen Mannschaft bis die Bäuche weh taten.  All das fehlte heuer, denn die Bescherung war in der Früh, das Essen war ein Frühstück, singen wurde gleich mal ausgelassen und der Schnee fehlt ja auch schon seit Jahren an diesem Tag.

Vorsatz für Weihnachten 2019

Somit habe ich mir als Ziel für dieses und auch die kommenden Jahre gesetzt, die Rituale, die mich in der Kindheit geprägt haben, die Weihnachten spannend gemacht haben, wieder aufleben zu lassen und sie an meinen Sohn und meine Patchworkkids weiter zu geben und ihre Kindheit damit zu bereichern.

Aktuell weiß ich nur, dass mein jetzt schon so groß wirkender kleiner Mann Weihnachten bei der Mama ist und dann die Feiertage danach bei mir/uns ist.

Klar ist auch schon, dass ich diesmal nicht mit ihm nach Wien fahren werde, sondern eher darauf bestehe, dass wenn ihn jemand sehen möchte, derjenige auch uns besuchen kommen soll.
Auch die Partnerin und die Patchworkkids gehören nun zu mir. Ich verlange natürlich keineswegs, dass es für die auch Geschenke geben muss.

Silvester wird dieses Jahr auch für ihn bei der Mama stattfinden, aber ich freue mich schon auf die tollen Erlebnisse mit den Patchworkkids und nächstes Jahr wird ja das Ritual getauscht.

Wie waren eure Feste als Kinder? Bestimmte Erlebnisse, die ihr euren Kindern wünscht?
Habt ihr bestimmte Rituale, wie Weihnachten bei euch ablaufen soll?

Comments (2):

  1. Robert Mohar

    5. November 2019 at 9:16

    Ausgesprochen gut erzählt und geschrieben. Und es ist wahres an der Weihnachtsstressgeschichte, den man sich übrigens selbst macht.

    Antworten
    • Die Frau

      5. November 2019 at 22:25

      Da hast du absolut recht. Stress machen wir uns doch meistens selbst. Zeit und Momente genießen ist das Rezept. 🙂

      Antworten

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